Vereinsgeschichte

Ein Ausflug in die Geschichte des Sportes rund um unseren Verein, unserer Gemeinde Büchen und der näheren Umgebung.

Mitte August des Jahres 1996 konnte der Büchen-Siebeneichener Sportverein e.V. sein 50-jähriges Bestehen feiern. Bei den Zahlreichen Veranstaltungen der Jubiläumssportwoche, bei der sich alle Sportarten des Vereines präsentierten, durften sich die sportinteressierten Bürger vom guten Angebot des Vereines und dem sportlichen Können der Sportler überzeugen.
Dieses Jubiläum nahmen wir zum Anlaß, einmal in der Mottenkiste des Sportes zu kramen, um uns längst Vergessenes in das Gedächtnis zurückzurufen. Wir wollen aber auch der jüngeren Generation von längst vergangenen Zeiten berichten.

Die Mannschaftssportarten, wie zum Beispiel der Fußball, besaßen Ende des 19ten Jahrhunderts und zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch längst nicht die Werigkeit, die sie heute für die Gesellschaft und die Medien weltweit haben. Sie waren dafür auch noch nicht so dem Einfluss der Medien und der Wirtschaft ausgeliefert. Fußball war zur damaligen Zeit noch Hobbysport, in dem es nichts oder nur wenig zu verdienen gab. Der Fußballsport war noch umstritten und besaß den Anstrich, ein Proletensport zu sein. Es war für die sogenannte bessere Gesellschaft der Priviligierten nicht schicklich, Fußball zu spielen. Turnen war der Sport der „arrivierten“ Gesellschaftsschicht.

1898

Wir beginnen unseren Auflug in die längst vergangene Zeit im Jahre 1898. In Büchen gründen junge Sportinteressierte den Turnverein „Gut Heil von 1898″. Im Vordergrund der Vereinsarbeit stand als Sport Turnen alter Turnertradition im Geiste des Turnvater Jahn nach dem Motto „Frisch, Fromm, Fröhlich und Frei“. In diesem Turnverein konnte in den Sommermonaten auch Leichtathletiksport, sowie Faustball- und Schlagballspielen betrieben werden. Tragendes Sportangebot des neuen Vereins aber war der Turnsport. Geturnt wurde im Saal von Gastwirt Ohlrogge in der Lauenburger Straße, während man im Freien auf „Scherrers Grund“ hinter der Gaststätte Ohlrogge, dort wo heute der Lindenweg ist, Sport trieb. Nach dem eines Tages der Saal bei einem Großfeuer abbrannte, bemühten sich die Verantwortlichen von Verein und Gemeinde, Ersatzräume zu schaffen. Es konnte später die erste Turhalle Büchens gebaut werden. Diese Sporthalle entsprach bereits damals allen Ansprüchen. Gebaut wurde sie hinter der Gaststätte Ohlrogge in der Lauenburger Straße. Es wurde dort noch bis 1943 eifrig Sport getrieben.

Nach dem von uns verlorenen Ersten Weltkrieg begann die Neuorientierung der nun nicht mehr von den Siegermächten zugelassenen Rüstungsindustrie. Sie mussten andere und neue Produkte, die nicht militärisch nutzbar waren, produzieren. Das betraf auch büchens größten Industriebetrieb, die Firma Lignose, die sich auf die Produktion von Filmen und Filmbedarfsartikeln umstellte. Die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze lockten zahlreiche Neubürger nach Büchen. Unter den jungen Mitarbeitern bestand der Wunsch, auch Sport zu treiben, ganz besonders den Fußballsport. Damit begann sich auch der Fußball im Ort zu entwickeln. Konservatives Denken im Verein „Gut Heil“ und in der Deutschen Turnerschaft ließen das Fußballspielen in diesem Verein nicht zu.

1920

Um Fußball spielen zu können, gründeten die Mitarbeiter des größten büchener Industriebetriebes, der Firma Lignose, 1920 den Fußballclub „FC Lignose“.

1928

Dieser wurde dann aber schon im Jahre 1928 aufgelöst und von dem neugegründeten Verein für Rasensport „VfR Nüssau“ abgelöst. Nachdem die Produktion der Firma Lignose nach Wolfen verlegt wurde, musste der Verein aufgeben werden. Auch der zwischenzeitlich gegründete Verein „Rot – Sport Büchen“ konnte sich nicht etablieren und stellte den Sportbetrieb nach nur wenigen Wochen wieder ein. Auch der „ATSV Büchen“, ebenfalls eine Neugründung, stellte den Betrieb wieder ein und löste sich auf. Nur der Verein „VfR Nüssau“ bestand dann bis in die Kriegszeit Ende der 30er Jahre hinein.

1936 – 1944

Während des so genannten Dritten Reiches, das mit seinen Auswirkungen so viel Leid über die Welt gebracht hat, erhielt der Sport und die Sportorganisationen eine ganz neue Dimension. Er wurde jetzt von den politischen Systemen und seinen Machthabern als ein Mittel zum Zweck politisch missbraucht. Sportliche Erfolge wurde immer als ein Erfolg des politischen Systems verkündet. Mehr noch, der Sporterfolg wurde dringend benötigt, um damit den Erfolg des politischen Systems aller Welt vorzugauckeln. Wie sehr genossen dabei die braunen Machthaber ihre Auftritte bei den olympischen Spielen 1936 in und um Berlin. Dass bei diesen Spielen gerade ein farbiger Amerikaner, der Läufer Jesse Owens, zum ganz großen Star heranwuchs, zeigte den Machthabern die Grenzen der Propaganda auf. Seine sportlichen Erfolge passten nicht in ihr Konzept und entlarvten das System.

1945

Nach dem 2. Weltkrieg mit seinen weitreichenden und schwerwiegenden Folgen erhielt das Leben gänzlich andere Werte. Man begann erst einmal, den großen Scherbenhaufen zu beseitigen. Essen, Trinken, Wohnen, Arbeit und die notwendigen Familienzusammenführungen als Folge der großen Flüchtlingstrecks waren wichtiger. Kriegsgefangene kehrten erst nach jahrelanger Gefangenschaft in die Familien zurück. Die menschliche Gesellschaft begann sich erst wieder zu ordnen und zu geregeltem Leben zrückzufinden. ich kann mich noch genau an den ersten englischen Panzer im Ort Einfeld bei Neumünster erinnern, auf die wir Kinder nach dem Krieg klettern durften. Wir bekamen unsere ersten Stückchen Schokolade und Scheiben Weißbrot von den englischen Soldaten. Wir Kinder haben uns unbefangen darüber gefreut, während es von unseren Eltern immernoch kritisch gesehen wurde. Zu groß war damals noch das Mißtrauen. Die durch die Kriegswirren neu zusammengewürfelten Dorfgemeinschaften waren sich noch zu fremd. Die Einheimischen nahmen die Flüchtlinge nicht überall mit offenen Armen auf. Aber auch die Flüchtlinge mussten sich erst gänzlich neu in bisher unbekannter Umgebung unter neuen Lebensumständen orientieren. In kleinen Schritten kehrte die Normalität wieder ein.

1946

Im Spätsommer des jahres 1946, zu einer Zeit, als Büchen noch geprägt war von den Auswirkungen des verheerenden Krieges – wo Trümmer, Not, Hunger und Ratlosigkeit, aber auch aufkeimende Hoffnung herrschten – wuchs in den jungen Bürgern unserer Gemeinde der Wunsch, sich sportlich zu betätigen.
Es war zu der damaligen zeit alerdings nicht einfach, einen Verein zu gründen. Es mussten erst große organisatorische Hürden genommen werden, die in dem Vertrag der 4 Siegermächte England, USA, Frankreich und Russland festgeschrieben waren. Darin war festgelegt, dass alle Personen, die sich in Sportvereinen oder anderen offiziellen Ämtern organisieren wollten, erst „entnazifiziert“ werden mussten. Diese Personen wurden erst nach diesem amtlichen Überprüfungsvorgang in einer sogenannten Unbedenklichkeitsbescheinigung des Deentnazifizierungs-Ausschusses der alliierten Streitkräfte (für uns waren die Engländer zuständig) bestätigt, poltsch sauber und charakterlich einwandfrei zu sein, nicht als Kriegsverbrecher verfolgt worden und keine verbindungen zu den nationalsozialisten gehabt zu haben. Erst mit dieser Bescheinigung konnte man sich wieder am öffentlichen Leben beteiligen und war auch wieder in öffentliche Ämter wählbar.

Im Herbst diesen Jahres wurde der Büchener Sportverein e.V. von den Sportfreunden Paul von Malottke, Heinz Müller, Ursula Gleisberg geb. Schäfer, Käte Lüdke geb. Abel und Kalr-Heinz George gegründet. Als Sportgelände dienten anfangs die Tennisplätze am ehemaligen Kasino des Liftwaffengeländes und der Schulhof.
Der große Aufschwung des Vereines veranlasste den Vorstand mit Paul von Malottke als Vorsitzenden, sich nach besseren Möglichkeiten umzusehen. Nach zähen Verhandlungen mit den Alliierten und der Bundesvermögensverwaltung wurde man fündig. Man erhielt die Erlaubnis, künftig eine abseits stehende Baracke des Flüchtlingslagers und einen davor freien Platz als Sportfeld nutzen zu dürfen. Mit großer Einsatzbereitschaft der Mitglieder wurden sowohl die Baracke als auch der freie Platz den Anforderungen angepasst. Die Baracke, jetzt stolz Sporthalle genannt, und der Sportplatz gaben dem Verein bessere Möglichkeiten aktiv zu werden. Es entwickelte sich sehr schnell ein reges Vereinsleben – nicht nur bei der Ausführung des Sports, sondern auch im kulturellen Bereich. Die älteren Büchener Bürger werden sich noch sehr gern an die Kinoabende und die Tanzvergnügen in der Sporthalle erinnern.

In der Sporthalle wurden auch die erste BSV-Maseraden veranstaltet, die später noch viele jahre als der kulturelle Höhepunkt der Faschingszeit der Gemeinde Büchen bekannt waren und das gesellschaftliche leben prägten.
Es waren in diesen Jahren Organisationstalent und viel Phantasie gefragt, denn es gab ja noch nichts zu kaufen. Schnaps für Vereinsfeste wurde heimlich selbst gebrannt. Die Kartoffeln, Korn oder Rüben dazu musste man sich in Mecklenburg oder in der Umgebung von Büchen organisieren. In so manch umgearbeiteten Schweinestall stand jetzt eine selbstgebaute Anlage, um illegal Schnaps zu brennen. Überall wurde organisiert, geschachert und auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Für den ersten Satz Trikots konnte man Fahnenstoff aus alten Wehrmachtsbeständen besorgen und daraus in Heimarbeit Sportkleidung nähen. So entwickelte sich auch rasch ein reger Sportbetrieb mit vielen Begegnungen auch gegen auswärtige Mannschaften. Die Fahrgelegenheiten zu Auswärtsspielen waren aber noch nicht so komfortabel wie heute. Zu den Spielen fuhren alle, auch die Damen waren mit dabei, auf einem Anhänger, der von einem Trecker gezogen wurde.

1949

Im Jahr 1948 beabsichtigte auch die Nachbargemeinde Siebeneichen, einen Fußballverin zu gründen. Der fehlende Spielball verzögerte aber die Vereinsgründung. Nachdem Bäckermeister Wilhelm Pohlmann den notwendigen Ball stiftete, war es aber 1949 soweit. So war es damals! Dies war die Geburtsstunde des SV Siebeneichen.
Die Gründungsmitglieder waren Georg Möller (er wurde auch der 1. Vorsitzende), Wilhelm Pohlmann, Willi Wasilewski, Friedrich Müller, Alfred Hohendorf, Heinrich Brügmann, Walter Peters und Walter Schmidl. Gegen den Nachbarverein aus Müssen fand das erste Fußballspiel statt. Gespielt wurde damals noch am Kirchhof in Siebeneichen.

1950

Zu Pfingsten verlegte der SV Siebeneichen die sportlichen Aktivitäten auf die in Eigenleistung neuerstellte Sportanlage an der Möllner Straße zwischen den Orten Siebeneichen und Büchen, direkt an der B 207 gelegen.

Bereits in den 60er Jahren hatte der SV Büchen schon über 300 Mitglieder, die in den Sparten Fußball, Handball, Tischtennis, Badminton, Judo und Turnen Sport trieben. Da die Möglichkeiten auf dem bisher genutzen Sportgelände sehr beschränkt waren, hatte man nach zähen Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung und mit Hilfe der Büchener Wirtschaft das neue Sportgelände in der Möllner Straße geschaffen. Die alten Büchener erinnern sich noch, dass dort, wo heute Fußball gespielt wird, früher Moor war und man dort auch Torf zum Heizen gestochen hat. Im Winter konnte man dort Schlittschuh laufen.
Man begann 1950 mit dem Bau des neuen Sportplatzes und ließ 1954, wieder in Eigenleistung, das noch heute existierende und von der DLRG genutze Umkleidegebäude folgen.

1954

Beim SV Siebeneichen plante man ab 1954 das Schwimmbad als unbeheiztes Freibad, das dann auch 1956 fertiggestellt werden konnte. Es wurde bis 1960 vom Verein unterhalten, wurde dann aber aus Kostengründen dem Schulverband übertragen.

1957

Am 24. August fand auf der Sportanlage des SV Büchen ein Fußballspiel statt zwischen einer Betriebssportmannschaft der Firma Damaschke (Büchen), die zum größten Teil aus BSV-Spielern bestand, und einer Mannschaft des Norddeutschen Rundfunks. Der Büchener Unternehmer Albert Damaschke, damals einer der großen Sponsoren des Büchener Fußballs, ließ seine Beziehungen spielen und sorgte dafür, dass die Büchener Fußballfans große Prominenz auf der Büchener Sportanlage bewundern konnten.
Es nahmen an der Veranstaltung aktiv teil der Boxweltmeister und Vorbild aller Sportler Max Schmeling, der Europameister und deutscher Meister im Schwergewichtsboxen Heinten Hoff und der legendäre Europamesier im Halbschwergewichtsboxen Willi Höppner. Die Moderation machte damals der bis heute bekannteste deutsche Sportreporter Herbert Zimmermann. Wer erinnert sich nicht? Herbert Zimmermann war der Rundfunkreporter, der 1954 für alle Fußballfreunde Deutschlands das legendäre WM-Endspiel aus Bern kommentierte und am Ende euphorisch verkündete „Aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“ Unsere Mannschaft hatte unter Trainer Sepp Herberger bei „Fritz seinem Wetter“ gegen die übermächtigen Ungarn mit 3:2 gewonnen.
Für jeden älteren Sportfan sind das bis zum heutigen Tag unvergessliche Momente.

1958

Im Amtsbereich wurde eine Kulturwoche organisiert, an der auch die Sportler des BSV teilnahmen. So wurde ein Fußballturnier mit den Mannschaften von Güster und Siebeneichen durchgeführt. Es wurde aber nicht nur Fußball gespielt, die Mannschaften mussten auch einen 11 x 100m Staffellauf bewältigen, den der BSV (vor Güster) gewann. Weitere Läufe waren über 60m, sowie 100m (und jeweils zurück). Alle beteiligten hatten ihren Spaß.
Am 9. Juni des Jahres wurde als neuer Sportverein der „Eisenbahner Sportverein“ gegründet, kurz „ESV Büchen“. In den ersten Vorstand wurden von den 33 Gründungsmitgliedern folgende Sportfreunde gewählt: 1. Vorsitzender wurde Rolf Redderhas, sein Vertreter und damit 2. Vorsitzender wurde Hugo Martens. Weiter gehörten dem Vorstand noch Gerhard Bartelt und Paul Heling an. Gegründet wurde der Verein von einer Gruppe sportbegeisterter Eisenbahnangestellten rund um den Bahnhof Büchen, die aufgrund ihres unregelmäßigen Schichtdienstes nicht in anderen vereinen Sport treiben konnten. Der Verein entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem großen Breitensportverein. Beide Vereine respektieren und ergänzen sich mit ihren Sportangeboten.
Heute zählen u.a. Tischtennis, Volleyball, Wandern, Skat, Rhönrad, Kinderturnen, Gymnastik, Koronarsport und die Sportabzeichen-Abnhame zu den tragenden Säulen des Vereins. Bereits in den 60er Jahren ist auf dem Bahngelände ein eigenes Vereinsheim entstanden, das heute die Geschäftsstelle beherbergt, in dem aber auch regelmäßig Vereinssport betrieben wird.

1959

Der sich mit der Zeit entwickelnde regelmäßige Sportbetrieb der Fußballmannschaften des BSV brachte nicht nur hervorragende sportliche Ergebnisse – er lockte auch attraktive Mannschaften zu Freundschaftsspielen nach Büchen. So konnte der Verein am 29. März 1959 die erste Amateurmannschaft des Berliner Vereines „Tamania von 1900″ begrüßen. Die Gäste wurden mit einer Niederlage verabschiedet, der BSV gewann dieses Spiel mit 5:3. Es spielten für den BSV Beyer, Nommensen, Grahlmann, Schröder, Fehling, Michelsen, Heling, Timmermann, Pfeffer, Sukowski, Neumann und Bohl. 3 Tore schoss in diesem Spiel Walter Timmermann und 2 Tore steuerte Kalli Bohl bei.
Dieses erfolgreiche Jahr wurde mit dem Aufstieg in die 2. Amateurliga des SHFV (Schleswig-Holsteiner Fußballverband) abgerundet.

1961

Nun sind auch wieder internationale Begegnungen möglich!
Am 21. Juli spielten unsere Fußballer in Finnland gegen die Mannschaft von Sai-Pa-Jentälä, das Spiel ging aber 2:3 verloren. Das zweite Spiel gegen Sai-Pa-Joutseno wurde beim Stand von 1:2 wegen gewitter abgebrochen. (Diese Informationen stammen aus den persönlichen Aufzeichnungen des damaligen Ligaspielers Kalli Bohl.)

1965

Zum 30. Oktober, dem 20-jährigen Bestehen des SV Büchen, präsentierte sich der Sportplatz nach erneutem Umbau als ein Schmuckstück im Ort. Er wurde mit dem Fußballpunktspiel zwischen den Ligamannschaften Büchen I und Berkenthin I eingeweiht. Im Rahmenprogramm der Platzeinweihung wurden außerdem Judokämpfe und Volkstänze veranstaltet. Die neue Platzanlage mit rasenplatz, Aschenbahn und Sprunggruben bot den Sportlern der Vereine, den Schulkindern, sowie den Betriebssportgruppen sehr viel bessere Möglichkeiten, abwechslungsreich Sport zu treiben. Die erzielten sportlichen Erfolge bestätigten den Aufwärtstrend, der aufgrund dieser besseren Möglichkeiten auch abzusehen war.
Der bis dahin vereinseigene Platz wurde am 3. Oktober vom damaligen BSV-Vorsitzenden Max Künzel dem Bürgermeister der Gemeinde Büchen, Herrn Erich Drewes, zur weiteren Betreuung übergeben. Der BSV konnte die finanziellen Mittel zur Unterhaltung der komplexen Sportanlage nicht mehr alleine aufbringen. Von nun an nutzen auch andere Sportgruppen wie der ESV, der Zoll oder Firmensportler den Sportplatz.
An dieser Feier nahm als Ehrengast Max Schmeling teil, das große Vorbild aller Sportler. Dies wurde wieder durch Albert Damaschke ermöglicht.

1966

Beim SV Siebeneichen wurde den Damen und Mädchen ab sofort zusätzlich Handball geboten. Auch in diesem Verein entwickelte sich über die Jahre in allen Sportarten ein reger Spielbetrieb.

1982

In diesem Jahr verlegte der SV Siebeneichen seinen Spiel- und Trainingsbetrieb auf die neue Sportanlage in der Nähe der Schule in Siebeneichen. Diese Sportplätze werden noch heute genutzt.

1984

Im Jahre 1984 und 85 wurde die Sportanlage in Büchen in den jetzigen Zustand umgebaut und erneuert. Wir Sportler haben seitdem ein beispielhaftes Stadion in allerbester Lage und Ausstattung zur Verfügung. Eingeweiht wurde das neue Stadion mit den Fußballspielen der E-Jugend gegen den SV Müssen und einem Spiel der Altherrenmannschaft, den „Roncallis“.
Um diese Anlage werden wir immer wieder von unseren Gästen beneidet. Ich möchte den politisch Verantwortlichen der Gemeinden Büchen, Siebeneichen und des Amtsbereichs an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen. Die Anlagen in Büchen und Siebeneichen sind beispielhaft. Nun liegt es an uns Sportlern, sie zu erhalten und erfolgreich zu nutzen.
Mitte der 80er Jahre verfügte der SV Büchen bereits über 500 Mitglieder.

1986

Am 3. Oktober feierte der BSV mit einer großen Sportgala in der Sporthalle sein 40-jähriges Bestehen. Das Programm war gespickt mit Deutschen Meistern im Kunstradfahren und Rollkunstlauf, dem Gesellschaftstanz eines Profipaares, einer Tanzformation aus Hamburg (Saltatio HH) und einer Juxschau der Kunstturner der Hamburger Polizei. Zur Unterhaltung spielte die „Müssener Rentnerband“, die spätere Müssener Marschband. Durch das Programm führte Charly Lange.

1988

Im Sommer wurde ein für die Vereine Büchener SV und SV Siebeneichen, und das allgemeine Sportgeschehen in den Gemeinden wichtiger Schritt vollzogen. Mit einstimmigem Votum beider Vereine wurde beschlossen, dass sie fusionieren. Auf diese Weise war man den täglichen Herausforderungen besser gewachsen. Es etstand der neue Großverein „Büchen-Siebeneichener Sportverein e.V.“, kurz „BSSV“ genannt. Die neuen Vereinsfarben bestimmte der Sponsor Firma Tuchenhagen: Blau und weiß.
Die Firma Tuchenhangen, das größte Büchener Industrieunternehmen, stiftete uns zur Fusion Sportkleidung im Wert von 16.000 DM. Damit konnte die gesamte Fußballsparte ausgerüstet werden. Das neue Vereinsemblem, der Entwurf wurde unter den Mitgliedern als Wettbewerb ausgeschrieben, entwarf der Spieler der 1. Herren Stefan Schmidl, er wurde mit einem Buchpreis belohnt. Das Wappen symbolisiert unseren Verein, die Gemeinden Büchen und Siebeneichen in den neuen Vereinsfarben.
Der Schritt zur Fusion erwies sich zu genau dieser Zeit als richtig. Nach der Fusion waren nun insgesamt 750 Sportler Mitglied im neuen BSSV.
Die Fusion wurde mit einem spektakulären Fußballspiel gefeiert. Unsere 1. Herren-Mannschaft spielte auf dem neuen Rasenplatz unseres Stadions gegen die prominente Bundesligamannschaft des Hamburger Sportvereins. Der HSV kam mit allen verfügbaren Stars, wie Rekordspieler Manfred Kaltz, und bescherten uns ein unvergessliches Erlebnis. Vor fast 3000 Zuschauern gewann der HSV standesgemäßg 11:1 – dennoch waren alle hochzufrieden.
Heute stehen uns zur Ausübung des Sportbetriebes die Sporthalle, die Schulturnhalle, ein Multifunktionsraum, das Stadion in Büchen und die Sportplatzanlagein Siebeneichen (mit 2 Rasenplätzen) zur Verfügung. Aus den 750 Mitgliedern des Jahres 1988 wurden bis heute fast 1200, nachdem es zwischendurch schon einmal 1388 Mitglieder waren.

1996

Der Büchen-Siebeneichener Sportverein feiert Jubiläum, 50 Jahre Sport in Büchen und Siebeneichen.
2007

In diesem Jahr feierte die Gemeinde Büchen ihr 777-jähriges Bestehen. Im Juni fanden in einer Festwoche zahlreiche Veranstaltungen rund um die Gemeinde und ihre Vereine statt.

Von Hubertus Döhring